Zwei-Klassen-Medizin auch in der Psychotherapie?

Na ja? Ja!

Anders als viele denken, sind die Honorarunterschiede in der Psychotherapie gering. Ca. 88 € bei Kassenpatienten stehen ca. 92 € bei Privatpatienten gegenüber (bei tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie). Da der organisatorische Aufwand bei Privatpatienten oft höher ist, insbesondere bei Beihilfeberechtigten, fällt dieser Unterschied nicht wirklich ins Gewicht.

Warum bekommen dann Privatpatienten viel schneller einen Therapieplatz?

Das liegt an den Kapazitäten!

Etwa 90% gesetzlich versicherte Patienten.

Ca. 10 % privat versicherte Patienten.

Jedoch können sich privat versicherte Patienten in der Regel bei allen approbierten Psychotherapeuten behandeln lassen. Das sind viel mehr als die kassenzugelassenen Therapeuten. D.h. den privat Versicherten stehen viel mehr Therapeuten zur Verfügung. Zwar gibt es auch für gesetzlich Versicherte im Rahmen der Kostenerstattung die Möglichkeit zu einem approbierten, jedoch nicht kassenzugelassenen Therapeuten zu gehen. Die Hürden sind jedoch so hoch, das sie für schwer psychisch kranke Patienten oft nicht zu bewältigen sind.

Der zweite Aspekt sind die Kapazitätsbegrenzungen bei Kassensitzen. Viele Psychotherapeuten haben nur einen halben Versorgungsauftrag. Sobald dieser ausgeschöpft wird, drohen dem Therapeuten Honorarkürzungen seitens der Krankenkassen. Daher können Therapeuten, die den halben Sitz ausfüllen und noch Kapazitäten haben, diese nur mit Privatpatienten und Selbstzahlern füllen.

In der Summe stehen so privat versicherten Patienten und Selbstzahlern viel mehr Therapieplätze zur Verfügung. Dadurch verkürzt sich deren Wartezeit auf einen Therapieplatz erheblich.

 

4.2.2018 Wendrich

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2 Antworten auf „Zwei-Klassen-Medizin auch in der Psychotherapie?“

  1. es gibt nicht nur eine zweiKlassen sondern eine mindestens drei Klassen Medizin die Dritte Klasse besteht z B aus Fluchtlingen : aus den ANDEREN diezB unsere SICHERHEIT GEFAHRDEN, von denen wir nicht viel wissen (z B nicht so genau wissen , dass auch sie so was wie eine PSYCHE haben …..aber die gut sind , damit wir ,die EINEN, EINIG sein konnen ….

    1. Sehr geehrte Frau Rossignon-Hodzode,

      ja, Sie haben sicher recht, es gibt weitere Gruppen von Patienten, die benachteiligt sind. Flüchtlinge sind zwar ab der Anerkennung formal gleichgestellt, jedoch führen hier sprachliche und kulturelle Barrieren dazu, dass eine psychotherapeutische Behandlung erschwert wird.

      Viele Grüße
      Frank Wendrich
      #Gesundheitskompetenz #aktivwarten #losgehts #Psychotherapie #Wartezeit

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